Digital denken, analog schwitzen

15.03.2019 - Mitteilung

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Am Donnerstag, 14. März 2019, fand die fünfte kantonale Sportkonferenz statt. Unter dem Motto «Sportförderung 4.0» setzten sich Vertretende aus Gemeinden und Städten gemeinsam mit dem Sportamt des Kantons Zürich damit auseinander, welche Chancen die Digitalisierung für die öffentliche Sportförderung bietet. Zudem wurde das Thema eSport aufgegriffen, das wettkampfmässige Spielen von Computerspielen.

Regierungsrat und Sportdirektor Mario Fehr schickte seiner Grussbotschaft voraus, dass er noch Analogsportler sei. Er betonte aber seine Überzeugung, dass die Digitalisierung sinnvoll genutzt werden könne, damit noch mehr Menschen Sport treiben. Zudem dankte er den Anwesenden für das gemeinsam im Sport Erreichte.

Elam Agam von der Atfront AG beleuchtete technologische Trends, wie sich diese auf das Verhalten von Sporttreibenden auswirken sowie erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle, welche sich dies zu Nutze machen. Er hob dabei heraus, wie wichtig es sei, die Bedürfnisse der Sportler zu verstehen. Ausserdem empfahl er eine Kombination von online und offline.

Gabi Regli vom Sportamt der Stadt Winterthur stellte vor, wie das Winterthurer Sportangebot digital kommuniziert wird. Die einfach aufgebaute Webplattform sportplanet.ch möchte alle ansprechen und zu Bewegung und Sport animieren. Damit nur wenig Datenpflege notwendig ist, ist sportplanet.ch im Hintergrund mit dem Reservationssystem verknüpft. Kopieren der Webplattform ist erlaubt.

Dr. Alexander Mertes von der Fachstelle Public Performance Management & Digital Transformation ZHAW gab einen Einblick in die Studien «Digitale Verwaltung» und «Bedarfserhebung Digitales Leistungsportfolio bei Zürcher Gemeinden». Er erläuterte die unterschiedliche Wichtigkeit von Merkmalen, wie Preis und Datenschutz, bei verschiedenen digitalen Dienstleistungen. Insgesamt seien digitale Dienstleistungen von der Bevölkerung gewünscht.

Im zweiten Teil der Veranstaltung betrachtete Univ. Prof. Dr. Carmen Borggrefe vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft Universität Stuttgart das Phänomen eSport. Sie präsentierte Argumente, welche dafür sprechen, dass eSport nicht zum Sport zählt, dessen gesellschaftliche Legitimation gefährdet und nicht in die Strukturen des organisierten Sports passt.   

Als Abschluss diskutierten Carmen Borggrefe, Josy Beer vom Zürcher Kantonalverband für Sport und Stefan Schötzau vom Sportamt Kanton Zürich den Umgang mit eSport. Verdeutlicht wurde, dass eSport mit Ligen und Wettkämpfen zwar eine Ähnlichkeit mit dem klassischen Sport aufweist, er aber eine digitalisierte, virtuelle Spielkultur und keine Sportart ist. ESport hat als Freizeitbeschäftigung durchaus eine Berechtigung, leistet aber kaum einen Beitrag zur Umsetzung der Förderungsziele für mehr Sportaktivität.

 

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